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Mit Stipendium nach Japan

Montag, 02. September 2013

In Japan gehört es zum guten Ton, ein persönliches Handtuch mit sich zu führen. Timo Riedel hat eines von seiner japanischen Lieblingscomedy-TV-Serie und er hat es immer dabei. Foto: WH/BL

japanisch2013

Timo Riedel (24) aus Mülheim an der Ruhr, Maschinenbaustudent in Gelsenkirchen, baut an einer beruflichen Brücke nach Japan. Im September geht er mit einem Stipendium für 18 Monate nach Japan. Das Sprachenzentrum der Westfälischen Hochschule hat ihn dafür vorbereitet und interkulturell begleitet. Mit der Kombination aus Fachstudium und integriertem Sprach- und Kultur-Lehrangebot will die Westfälische Hochschule ihren Absolventen zusätzliche Richtungen auf dem Karriereweg ebnen.

Gelsenkirchen. Am Anfang stand ein Trick, genauer: Zeichentrick in Form von japanischen Kinder-TV-Serien, die Timo Riedel, Jahrgang 1988, als kleines Kind heiß und innig liebte. Noch immer ist er vertraut mit „Mila Superstar" und den „Kickers". Heute ist Maschinenbau-Masterstudent Timo Riedel erwachsen und den Mangas entwachsen, die Begeisterung für Japan ist geblieben. Nach den Schulsprachen Englisch und Französisch stand für ihn daher fest: „Wenn ich noch mal eine Fremdsprache lerne, dann soll es Japanisch sein." Diese Chance und darauf aufbauend 18 Monate in Japan boten sich Timo Riedel mit dem Studium des Maschinenbaus an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, das er in kooperativer Form mit zeitgleicher Berufsausbildung bei Siemens/Mülheim absolvierte. Der Bachelor ist fertig, demnächst auch der Master-Abschluss. An der Westfälischen Hochschule ist Fremdsprache ein Pflichtelement in jedem Studiengang. Die Maschinenbauer lernen zwar vornehmlich Englisch als Fachsprache für Ingenieure. Doch das hochschuleigene Sprachenzentrum bietet neben Französisch, Spanisch sowie der Brasilien-Sprache Portugiesisch in Zusammenarbeit mit dem Landesspracheninstitut der Ruhr-Universität auch schon mal so exotische Sprachen wie Chinesisch, Arabisch und eben Japanisch. Ziel dabei ist es, den Studierenden aller Studiengänge, auch der Ingenieurstudiengänge, durch zusätzliche Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenzen Zusatzmöglichkeiten für ihre berufliche Karriere zu erschließen.

Timo Riedel hat diese Chance genutzt. Nach dem Grundkurs Japanisch folgten ein Aufbaukurs und weitere Prüfungen zum aktiven Erwerb von Sprache und Schrift. Damit schaffte Timo Riedel auch die Hürde, dass das Sprachzertifikat als Zusatzleistung sein Maschinenbau-Masterzeugnis schmücken wird. Für Riedel wichtig, denn schon länger ist klar: Auch seine Maschinenbau-Karriere wird nicht urdeutsch, sondern eher international auf der Brücke nach Japan.

Den sprachlich letzten Kick schaffte er jetzt mit einem Stipendium des DAAD, des „Deutschen Akademischen Austauschdienstes". Timo Riedel qualifizierte sich für einen neunmonatigen Sprachkurs in Tokio mit einem anschließenden ebenso langen Praktikum in einer Maschinenbau-Firma in Japan. Start ist Mitte September. „Ich freue mich, dass Timo Riedel auf der Basis des Sprachangebots unserer Hochschule sich so gut hat weiterqualifizieren können und dass wir die Möglichkeiten hatten, in Kooperation mit dem Landesspracheninstitut an der Ruhr-Universität ein derart anspruchsvolles und außergewöhnliches Angebot zu verwirklichen", sagt Dr. Petra Iking, Leiterin des Sprachenzentrums der Westfälischen Hochschule. „Wir hoffen, dass weitere Studenten, die von ihrer Fachrichtung zunächst nicht auf Sprache und fremde Kulturen gepolt sind, auch diese Unterstützung nutzen, um ihren Lebensweg durch neue Richtungen zu erweitern."

Der „Wanderer zwischen zwei Welten" weiß jetzt schon ganz genau, worauf er sich in Japan freut: „Dass dort die Züge immer pünktlich sind." Aber auch Deutschland hat für Timo Riedel seine Vorzüge: „Die Lebensmittelpreise sind hier viel sympathischer, in Japan kostet das Bier das Dreifache." (BL)

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Dr. Petra Iking, Leiterin des Sprachenzentrums an der Westfälischen Hochschule