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Putonghua für Anfänger

Montag, 25. August 2008

Eine Kooperation zwischen dem Sprachenzentrum der Fachhochschule Gelsenkirchen und dem Landesspracheninstitut in der Ruhr-Universität in Bochum ermöglicht es, dass Gelsenkirchener Wirtschaftsstudierende jetzt auch Chinesisch lernen können. Einen Tag nach dem Ende der olympischen Spiele in Chinas Hauptstadt Beijing startete für Oliver Reiche, Wirtschaftsstudent der Westfälischen Hochschule, ein Sprachkurs in Chinesisch.

Foto Oliver Reiche und Sprachlehrerin Hong Bian

Oliver Reiche (r.) ist der erste, der die Sprachlehrkooperation zwischen der Westfälischen Hochschule und dem Landesspracheninstitut an der Ruhr-Universität Bochum dazu nutzt, um nicht Fachchinesisch, sondern Chinesisch als Fach zu lernen. Neben ihm: seine Sprachlehrerin Hong Bian aus Beijing, die ihm die ersten Schriftzeichen in der fremden Sprache zeigt. Foto: FHG/BL, Abdruck honorarfrei

Bochum/Gelsenkirchen. Putonghua ist die offizielle Lesart für die Sprache aller Chinesen, früher auch gerne Mandarin genannt oder für den, der’s lieber mag: Hochchinesisch. Seit dem 25. August ist es auch die Sprache von Oliver Reiche (28), Wirtschaftsstudent im fünften Semester an der Westfälischen Hochschule. Fachfremdsprachen sind ein fester Bestandteil des Studienangebots der Hochschule in allen Studiengängen an allen drei Standorten Gelsenkirchen, Bocholt und Recklinghausen. Chinesisch aber gehört nicht zum Standardprogramm. Möglich wurde der Kurs durch eine Kooperation des Sprachenzentrums der Hochschule mit dem Landesspracheninstitut in der Ruhr-Universität Bochum, einer ausgewiesenen Sprachschmiede für so schwierig erscheinende Fremdsprachen wie Chinesisch. Hier lernten neben Normalstudierenden auch schon Prominente und Wirtschaftsbosse, wie sie sich interkulturell und sprachlich dem Milliarden-Volk in Asien nähern.

Nicht nur sprachliche Neugier, sondern auch fachliche Gründe bewogen Oliver Reiche, das Angebot für den dreiwöchigen Intensivkurs aufzugreifen. Als Wirtschaftsstudent weiß er um die Bedeutung der Handels- und Industriebeziehungen zu China und wie wichtig es ist, interkulturell handeln zu können. „Die Sprache ist der Schlüssel, der Türen öffnet“, so Reiche, der später gerne in der Unternehmensberatung arbeiten will. Die Bedeutung solcher sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen sieht man auch daran, dass der Fachbereich Wirtschaft den Chinesisch-Kurs als Studienmodul im Rahmen des Wirtschaftsstudiums anerkennt.

Organisatorisch ist der Sprachkurs in die Kurse des Landesspracheninstituts eingebunden, was für Reiche den Vorteil hat, als Pionierstudent nicht allein im Kurs zu sitzen, sondern in einer Lerngruppe mit anderen. Theoretisch hätten sich noch zwei weitere Kandidaten melden können, da es im ersten Jahr für die Gelsenkirchener drei Plätze zu vergeben gab. Nun ist er fachhochschulweit der erste, aber noch einzige. Bei Erfolg lässt sich das Programm jedoch auf weitere Plätze und auf weitere Studiengänge und damit auf andere fachsprachliche Nuancen erweitern. In Zusammenarbeit mit dem Landesspracheninstitut in Bochum wäre außerdem eine Erweiterung auf Sprachen wie Russisch, Japanisch oder auch Arabisch möglich. „Für diese Sprachen haben wir zurzeit keine Möglichkeit, sie neben Englisch, Französisch und Spanisch an einem unserer Standorte in Eigenregie anzubieten“, erläutert Dr. Petra Iking, Leiterin des Sprachenzentrums der Fachhochschule Gelsenkirchen, das Organisationsmodell, das damit zugleich auf die 35-jährige Erfahrung des Landesspracheninstituts in Bochum zurückgreift. Gut, dass es im Ruhrgebiet und seiner dichten Hochschullandschaft solche Allianzen gibt.

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Dr. Petra Iking, Leiterin des Sprachenzentrums der Westfälischen Hochschule