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Weißer Riese an der Wand

Freitag, 30. Mai 2008

Im Sprachenzentrum der Fachhochschule Gelsenkirchen arbeitet seit Beginn des Sommersemesters ein neuer technischer Kollege: Ein Scanner macht Tafelbilder groß und speicherbar. Finanzierung über Studienbeiträge zur Steigerung der Studienqualität.

Foto mit Tafelbild-Scanner

Über ein Funkstrecke überträgt der Tafelbild-Scanner auf die Wand, was Student Michael Postel an die Tafel schreibt. Und was ausgewischt wird, wird auch wieder gelöscht. Links: Dozentin Dr. Petra Iking. Foto: FHG/BL, Abdruck honorarfrei

Recklinghausen/Gelsenkirchen/Bocholt. Ein Stück Kreide, eine grüne Tafel. Oder etwas moderner: eine weiße Tafel, ein dicker Faserschreiber. Im Prinzip reicht das für ein Tafelbild in den Hörsälen der Fachhochschule Gelsenkirchen und ihrer Abteilungen in Bocholt und Recklinghausen. Es geht aber noch moderner und vor allem noch komfortabler. Beispielsweise neuerdings in den Lehrveranstaltungen des Sprachenzentrums der Hochschule, das für alle Studiengänge die fachsprachliche Ausbildung in Englisch, Französisch und Spanisch durchführt. Dort gibt es jetzt als Pilotprojekt einen mobilen Tafel-Scanner. Sieht aus wie ein kleines Gürteltier, das am Rande der Tafel hängt. Doch das Tier ist elektronisch und hat als arbeitsteilige Partner einen Rechner und einen Sender, der an den Filzstift angekoppelt ist. Was immer jemand mit einem solchen sendenden Schreiber an die weiße Tafel schreibt, wird an den Rechner gefunkt und von ihm als Bild groß an die Wand geworfen. Einen mechanisch/elektronischen Schwamm gibt es auch, er wischt nicht nur die Tafel, sondern löscht auch das Abbild der Tafel im Rechner an der entsprechenden Stelle.

So viel Komfort bedarf einer Sonderfinanzierung, denn der normale Hochschulhaushalt gibt das nicht her. Die Hochschule finanziert solche und ähnliche Projekte zur Steigerung der Studienqualität daher über die Studienbeiträge, die seit dem Sommersemester 2007 von allen Studierenden erhoben werden. Eine Kommission aus Lehrenden und Studierenden wacht darüber, dass das Geld nur zur Steigerung des Studienkomforts ausgegeben wird.

Was für manchen vielleicht nach technischer Spielerei riecht, hat für Lehrende und Studierende praktische Vorteile: Dozentin Dr. Petra Iking, zugleich Leiterin des Sprachenzentrums und Vorreiterin für das elektronische Tafelbild-Projekt, schätzt es vor allem, dass Tafelbilder damit gespeichert werden können und später über den Rechner abrufbar sind. Die Studierenden sehen auch noch andere Vorteile. Beispielsweise Yvonne Funk aus dem Studiengang Wirtschaftsrecht, die es schön findet, dass das elektronische Wandbild viel lichtstärker und größer ist als die weiße Tafel am Ende des Seminarraums. Oder Michael Postel, der sich wünscht, dass die Tafelbilder als Ergänzung der eigenen Mitschrift später für die Studierenden abrufbar sind oder gedruckt und vervielfältigt werden können. Die elektronische Speicherbarkeit hat noch einen weiteren Vorteil: Kein Kreidebild muss mehr für Folgestunden am Originalschauplatz gesichert werden. Die beliebte Kurzform „b.st.l.“ für „bitte stehen lassen“ ist damit Geschichte. Auch wenn sich viele Schüler- und Studierendengenerationen daran sicherlich noch lange erinnern werden.

Ihre Ansprechpartnerin für weitere Informationen:
Dr. Petra Iking, Leiterin des Sprachenzentrums an der Westfälischen Hochschule